Wie bekomme ich medizinisches Cannabis?

Obwohl Ärzte und Mediziner seit 1940 medizinisches Cannabis und seine Cannabinoide erforschen, ist noch lange nicht alles über sie bekannt. Es wurden über 114 Cannabinoide in der Hanfpflanze nachgewiesen, wovon die meisten noch nahezu unerforscht sind. Über THC und CBD weiß man bis heute am meisten. Die medizinischen Cannabis Produkte weisen einen hohen Wert dieser beiden Cannabinoide auf.

In diesem Blog gehen wir näher auf die folgenden Fragen ein:

  • Was ist medizinisches Cannabis ?
  • Woher bekomme ich das spezielle Cannabis?
  • Bei welchen Krankheiten wird es verordnet?
  • Welche Arten von medizinischen Cannabis gibt es?
  • Verschreibt jeder Arzt medizinisches Cannabis?
  • Bezahlt die Krankenkasse mein medizinisches Cannabis?
  • Ist jedes medizinisches Cannabis gleich?
  • Wie konsumiere ich medizinisches Cannabis?
  • Gibt es Nebenwirkungen?
  • Kann ich mit medizinischem Cannabis verreisen?

Seit 2017 ist es Medizinern in Deutschland ohne weiteres möglich ein sog. „Cannabis Rezept“ auszustellen. Leider ist der Weg zum Rezept meist lang und voller Steine. Wir klären auf:

Was ist medizinisches Cannabis ?

Als medizinisches Cannabis bezeichnet man speziellen Hanf, der von Pharmaunternehmen hergestellt und vertrieben wird. Schon seit tausenden von Jahren wird Cannabis und seine Bestandteile in den verschiedensten Variationen konsumiert und angewandt. In vielen traditionellen Medizin-Kulturen weltweit findet Cannabis Anwendung. Zum Beispiel in der chinesischen traditionellen Medizin und im Buch des Shennong wird viel von Cannabis berichtet. In der antiken Medizin wurde es vom  griechischen Arzt Pedanios Dioskurides in einigen Büchern beschrieben. Weitere Berichte finden sich in vielen weiteren Ländern. Auch heute ist es möglich, medizinisches Cannabis von der Apotheke zu bekommen. Es handelt sich hierbei um speziell gezüchtete Sorten, deren Cannabinoid Verhältnis speziell geregelt ist. Beispielsweise ist für die Behandlung von Krebs ein hoher THC/CBD Wert sehr wichtig. Aber dazu später mehr.

Medizinisches Cannabis ist in vielen Ländern weltweit legal. Sogar in Asien ist es bereits verbreitet. Im Jahre 2019 war Thailand das erste Land welches in Asien medizinisches Cannabis erlaubt. Dies ist ein großer Schritt für den weltweiten Cannabis Mark, denn gerade in Asien gilt Cannabis als sehr verrufen. Beispielsweise auf den Philippinen herrscht heute noch die Todesstrafe auf Drogenkonsum – darunter auch Cannabis.

Woher bekomme ich das spezielle Cannabis?

Heutzutage muss man bei einem Arzt vorstellig werden, der gewillt ist, Cannabis auf Rezept zu verschreiben. Leider ist dies in der Praxis nicht so einfach. In meinem Selbstversuch hat es selber einige Zeit gedauert bis ich einen Arzt gefunden hatte, der meine chronischen Rückenschmerzen mit Cannabis behandeln wollte.Wenn man einen kooperativen Mediziner gefunden hat, bekommt man von ihm den sog. „Cannabis Ausweis“. Der Ausweis wird auf den Besitzer ausgestellt und in ihm wird die aktuell verordnete Menge medizinischen Cannabis festgehalten. Den Cannabis Ausweis sollte der Besitzer ebenso wie das zugehörige Attest immer mit sich führen. Das Cannabis wird dann über ein Betäubungsmittel-Rezept verschrieben. Im Internet gibt es eine Versandapotheke auf www.cann24.de die viele verschiedene medizinische Cannabis Sorten anbietet. Hat man eine oder mehrere Sorten gewählt, werden die Sorten im Cannabis Ausweis durch die Arztpraxis vermerkt. Nach Bezahlung der Bestellung erhält man die Ware innerhalb von 2-4 Tagen per Expressversand. Alternativ gibt es in den meisten großen Städten wie beispielsweise:

Auch Apotheken vor Ort, die im stationären Handel Cannabis auf Rezept verteilen. Beachte aber bitte: in den Apotheken vor Ort ist der Preis meist höher. Er liegt um die 16€-20€ pro Gramm. In der Versandapotheke im Internet liegt der Preis im Durchschnitt bei 12€-13€ pro Gramm.

Bei welchen Krankheiten wird es verordnet?

Mein medizinisches Cannabis habe ich für starke, chronische Schmerzbehandlung verschrieben bekommen. Als grüne Alternative zu den klassischen Pharmaprodukten. Dennoch wird es auch bei vielen weiteren Krankheiten verschrieben. Beispielsweise:

Welche Arten von medizinischem Cannabis gibt es?

  • medizinische Cannabis Blüten
  • medizinisches Cannabis Extrakt

Alle Produkte sind in verschiedenen Packungsgrößen verfügbar. Es wird weiterhin zwischen Indica, Sativa und Hybriden unterschieden. Mehr dazu finden Sie hier.

Verschreibt jeder Arzt medizinisches Cannabis?

Da seit 2017 das Gesetz gilt, dass Mediziner, ausgenommen Tier- und Zahnärzte, medizinisches Cannabis für ihre Patienten verschreiben können, sollte man meinen, jeder Arzt sei gewillt, das Medikament auszustellen. Leider ist die Realität eine andere. Während viele Ärzte aus Angst etwas falsches zutun, das Medikament nicht verschreiben wollen, haben andere Ärzte Angst vor ungewollten Patienten. Auf meiner Suche nach einem Arzt, der mir das Medikament ausstellt, konnte ich mir einiges anhören. Beispielsweise mein Orthopäde hat meine Anfrage abgelehnt mit der Begründung:

Wenn ich dir dieses Medikament ausstelle habe ich morgen die ganze Praxis voller Junkies sitzen!

Das ist für jeden Menschen, der nach Hilfe für seine Beschwerden sucht, ein direkter Schlag ins Gesicht. Auch in eine Schublade mit drogenabhängigen Menschen gesteckt zu werden, ist sicher nicht das, was man erwartet, wenn man auf der Suche nach einer Alternative zu Ibuprofen & CO ist.

Andere Ärzte sagen:

Darf ich so etwas überhaupt verschreiben? Da muss ich mich erst einmal informieren.

Die Unwissenheit vieler Ärzte ist ein großes Problem. Viele wissen nicht, ob und unter welchen Bedingungen sie Cannabis verschreiben dürfen. Aus Angst, etwas Falsches zutun, wird es dann von vorne herein verwehrt. Stattdessen wird ohne Bedenken jedes andere Medikament bei den kleinsten Beschwerden verschrieben.

Dennoch habe ich in der Nähe von Hannover einen Arzt gefunden, der in seiner Praxis Cannabis Patienten aufnimmt und behandelt. Es hat seine Zeit gedauert aber auch am Ende bin ich fündig geworden. Es ist auch in diesem Bereich ein Kampf ums Cannabis.

Bezahlt die Krankenkasse mein medizinisches Cannabis?

Meistens bezahlt die Krankenkasse das medizinische Cannabis nicht. Selbst bei schwerwiegenden Krankheiten versuchen die Krankenkassen die Zahlung zu umgehen. Unter anderem liegt es daran, das medizinisches Cannabis sehr teuer ist. Man kann jedoch je nach Beschwerde einen Antrag bei der Krankenkasse zur Kostenübernahme stellen. Dies geschieht am Besten in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt. Bei schwerwiegenden Erkrankungen wie beispielsweise Krebs sollte einer Kostenübernahme nichts im Wege stehen. Einen Ratgeber zu diesem Thema hat auch der DHV zusammengefasst. Sie finden ihn hier.

Ist jedes medizinisches Cannabis gleich?

Nein, es gibt viele verschiedene Arten von medizinischem Cannabis. Unterteilt wird in Indica, Sativa und Hybrid. Hier verlinke ich mal einen Beitrag der Indica,Sativa und Hybride mal etwas anders behandelt. Auf jeden Fall sehr lesenswert. In jedem dieser Felder gibt es entweder Blüten oder Extrakte zur Auswahl. Beispielsweise für die Behandlung von Krebszellen ist ein hoher CBD/THC Wert von Vorteil. Bei Glaukom (Augeninnendruck) wird beispielsweise auf CBG gesetzt. So hat jedes Anwendungsgebiet seine eigene Sorte. Man sollte sich daher gut informieren. Heutzutage gibt es viele Studien zu den verschiedensten Krankheiten und deren Behandlung mit Cannabis. Es wird auf jeden Fall empfohlen, eine Sorte mit viel CBD zu benutzen, da Cannabidiol den meisten medizinischen Nutzen hat. Dennoch ist auch ein Zusammenspiel aller Cannabinoide sehr wichtig, um den Entourage Effekt zu fördern. Mehr Wissenswertes finden Sie hier.

Wie konsumiere ich medizinisches Cannabis?

Da es sich um ein Medikament handelt, ist das Rauchen streng untersagt. Erstens ist Rauchen ein schädlicher Prozess. Zweitens ist es nicht im medizinischen Sinne, sein Medikament zu rauchen. Die korrekte Anwendung ist daher beispielsweise mit einem Inhalator oder Vaporizer. Alternativ kann man seine Cannabisblüten auch zu Tee verarbeiten oder in einem Gebäck backen. Die Knospen können unter anderem auch dem Essen hinzu gegeben werden. Die Harz-Extrakte kann man auch ganz einfach im Vaporizer verdampfen. Die meisten Geräte haben dazu eine bestimmte Vorrichtung mit einem speziellen Extrakte Filter.

Hat medizinisches Cannabis Nebenwirkungen?

Bis heute sind folgende Nebenwirkungen bei einer Cannabis Therapie bekannt:

Zwar ist medizinisches Cannabis nicht frei von Nebenwirkungen, dennoch ist die Liste deutlich kürzer als bei bekannteren Mitteln. Auch hängt ein Auftreten von Nebenwirkungen immer mit Art und Häufigkeit der Dosis ab. Bei korrekter Dosierung sollten starke Nebenwirkungen ausbleiben. Sollten dennoch Nebenwirkungen auftreten, empfehlen wir viel Wasser zu trinken, frische Luft und leichte Bewegung. Bei anhaltenden Problemen nehmen Sie Kontakt zu Ihrem behandelnden Arzt auf.

Kann ich mit medizinischem Cannabis verreisen?

Darf ich meine Medikamente mit in ein benachbartes Land nehmen? Das ist sicher eine häufig gestellte Frage. Während es streng verboten ist, Cannabis Produkte mit über eine Landesgrenze zu führen, verhält es sich bei medizinischem Cannabis etwas anders. Sie können Ihr Medikament bei der Bundesopiumstelle für den Transport in ein anderes Land anmelden. Der Transport in eines der „Schengener Länder“ ist damit also kein Problem. Zu diesen Ländern gehören:

  • Belgien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Island
  • Italien
  • Litauen
  • Lettland
  • Liechtenstein
  • Luxemburg
  • Malta
  • Norwegen
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Schweden
  • Schweiz
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Tschechien
  • Ungarn

Diese Anmeldung nehmen Sie ganz einfach bei Ihrem behandelnden Arzt vor. Dieser stellt den Antrag dann bei der zuständigen Stelle. Nach der Genehmigung, die normalerweise innerhalb von 14-21 Tagen vorliegt, steht der Reise nichts mehr im Wege. Bei Reisen außerghalb der Schengener Länder halten Sie bitte vorher Rücksprache mit ihrem Arzt. Sollten Sie ihr medizinisches Cannabis im Gepäck nicht mit angeben, könnten Sie beim Grenzübertritt Schwierigkeiten bekommen. Auch wenn es sich nur um ein Medikament handelt, raten wir strikt davon ab. In diesem Beitrag finden Sie noch viele weitere Informationen zum Thema „Reisen mit medizinischem Cannabis“.

Fazit:

Auch wenn es seit drei Jahren möglich ist, medizinisches Cannabis auf Rezept zu bekommen, ist es in Deutschland eher schwierig. Wir möchten dennoch ermutigen. Auch wenn es im Selbstversuch einige Zeit gedauert hat, wurden wir am Ende fündig und haben unser Medikament erhalten. Lassen auch Sie sich nicht unterkriegen. Der Weg zum medizinischen Pass ist lang aber jeder, der ihn geht, muss sich keine Sorgen mehr um die Legalität seiner Medizin machen. Alternativ können wir von CBD-Nutrition Ihnen die besten CBD Produkte im Internet bieten. Wir haben beispielsweise CBD Öle und CBD Kapseln im Angebot. Bitte beachten Sie: es handelt sich hier bei ausdrücklich um nicht-medizinische Ware. In diesem Beitrag erfahren Sie übrigens ab wie viel Jahren man freiverkäufliches CBD anwenden darf.